Vom kleinen Auftrag zum ganzen System: was eine Website wert ist, die mitwächst

Technisches Waldwerk-Poster: aus einem einzelnen Baustein wächst ein vernetztes System
houseIvo S.16.08.2026Lesezeit: 5:00

So, unter der Woche steh ich in der Produktion und schraube an Maschinen. Am Abend mach ich die komplette Technik einer Telemedizin-Praxis. Website, Terminbuchung, die Anbindung an die Apotheken, das ganze System dahinter. Angefangen hat das mit einer einzigen Seite, die eigentlich nur einen einzigen Service zeigen sollte, mittlerweile sind es über 15.

Der Kunde ist eine Praxis aus München. Zwischen dem ersten kleinen Auftrag und heute liegen ein paar Monate, in denen ich mehr gelernt hab als in den zwei Jahren davor. Ehrlich gesagt hätte ich vor einem Jahr nicht gedacht, dass ich mal die komplette Technik hinter einer Online wie auch vor Ort Praxis baue.

Ich erzähl dir das nicht, weil es eine schöne Erfolgsgeschichte ist. Sondern weil das, was bei dieser Praxis passiert ist, für deinen Handwerksbetrieb im Klettgau genau dasselbe bedeutet. Es geht um den Unterschied zwischen einer Website, die einmal gebaut wird und dann steht, und einer, die mit deinem Betrieb mitwächst. Am Anfang sieht die erste billiger aus. Am Ende zahlst du drauf, mit jedem Kunden, den sie dir nicht bringt.

Der Anfang war eine Seite, die ihren Zweck erfüllt hat, mehr nicht

Am Anfang gab es schon eine Seite. Gebaut auf dem System, mit dem die Praxis eh gearbeitet hat - Odoo. Man konnte sehen, welche Produkte verfügbar sind, Preise, das Nötigste. Sie hat funktioniert. Aber sie sah aus und fühlte sich an wie ein Werkzeug, das man mal schnell zusammengesteckt hat, weil es halt irgendwie laufen musste.

Für den Moment war das okay. Eine Seite, die ihren Zweck erfüllt und keinen Meter mehr. Das Problem an sowas merkst du nicht am ersten Tag. Du merkst es, sobald du das erste Mal etwas willst, das nicht vorgesehen ist.

Und genau da sind wir ziemlich schnell gelandet.

Warum ich mir am Baukasten die Zähne ausgebissen hab

Das System heißt Odoo, im Kern ein Baukasten. Für Standardsachen richtig stark. Aber sobald du raus willst aus dem Standard, wird jeder Sonderwunsch zäh.

Ich hab mir an dem Odoo-Konzept die Zähne ausgebissen. Ein Abstand, den das System nicht zulässt. Eine Funktion, die es einfach nicht gibt. Kleinigkeiten, die selbst gebaut eine halbe Stunde dauern und dort einen ganzen Abend fressen. Irgendwann sitzt du da und denkst, das Problem bist du. Dabei ist es meistens das Werkzeug.

Das ist kein Einzelfall, das ist ein Baukasten-Ding. Die ganze Geschichte, wann so ein System dichtmacht und wann es trotzdem reicht, hab ich in meinem Artikel über Website-Baukasten oder selbst gebaut aufgeschrieben. Kurz gesagt: Für eine einfache Seite reicht ein Baukasten völlig. Eng wird es erst, wenn du was Eigenes willst.

Wir wollten was Eigenes.

Der Durchbruch kam, als ich angefangen hab, alles selbst zu bauen

Irgendwann hab ich aufgehört, gegen den Baukasten zu kämpfen, und angefangen, meinen eigenen Code zu schreiben und direkt in Odoo reinzusetzen. Nicht mehr nehmen, was das System vorgibt, sondern selbst bestimmen, wie die Seite aussieht und funktioniert. Das Grundgerüst bleibt Odoo, auch das Backend, denn da hängt die ganze Warenwirtschaft mit den Beständen dran. Nur das Aussehen und die Funktionen kommen jetzt aus meinem Code, nicht mehr aus dem, was der Baukasten gerade zulässt.

War es dadurch einfacher? Nein. Aber es hat mir eine Art Vogelperspektive gegeben. Ich konnte jeden Schritt strategisch angehen, statt mich durch Menüs zu klicken und zu hoffen, dass das System mitspielt.

Und genau das war der eigentliche Trick. Der Kunde wollte bei Odoo bleiben, weil da das ganze Backend mit den Beständen dranhängt. Ich wollte trotzdem eine moderne, schnelle Oberfläche, wie man sie sonst nur frei gebaut hinkriegt. Mein Code mitten im Baukasten hat beides verbunden. Der Kompromiss war am Ende das Entscheidende.

Ich konnte bauen, was gebraucht wird, nicht was gerade erlaubt ist.

Wie ich mir das alles selbst beigebracht hab, ohne Studium, einfach durch Dranbleiben, hab ich mal in meiner Reise in der Webentwicklung beschrieben. Das ist, glaube ich, meine größte Stärke: Wenn ich mir die Zeit nehme, kann ich mich in alles einfuchsen. Und das kann jeder.

Die einzelnen Seiten hab ich sauber miteinander verbunden, sodass sie sich gegenseitig stützen. Google findet sich dadurch leichter zurecht und sieht, dass da ein Zusammenhang ist, nicht nur ein Haufen loser Seiten.

Aus "bau mir schnell was" wurde ein ganzes System

Und so ist es Stück für Stück gewachsen. Erst die Seiten. Dazu kam das Google-Thema. Dann die Ärzteseiten, die einzelnen Krankheitsbilder, die Terminbuchung, die Anbindung an die Apotheken mit ihren Beständen.

Das Ganze läuft in einem streng regulierten Feld. Medizin, viele Vorschriften, von denen ich vorher noch nie gehört hatte. Also hab ich mich da auch reingefuchst, weil man sauber bauen muss, wenn Regeln dranhängen. Irgendwann war klar: Ich bau hier nicht mehr nur Webseiten, ich verantworte die komplette Technik hinter dem Betrieb.

Klar, dein Handwerksbetrieb braucht keine Apotheken-Anbindung. Aber das Prinzip dahinter ist genau deins. Nicht drei einzelne Insel-Lösungen nebeneinander, sondern eine Basis, auf der du aufbauen kannst, wenn morgen ein Buchungsformular oder eine zweite Leistung dazukommt. Was bei so einer Praxis-Website technisch alles zusammenspielen muss, hab ich in meinem Beitrag zur Praxis-Website mit Local SEO genauer aufgedröselt.

Schematisches Netzdiagramm: einzelne Website-Seiten und Funktionen laufen zu einem verbundenen System zusammen

Was die Zahlen sagen

Reden wir über das, was am Ende zählt. In den letzten zwei Monaten sind die Klicks über Google von 322 auf 594 pro Monat gestiegen. Die Impressionen, also wie oft die Praxis überhaupt in der Suche auftaucht, von 8.745 auf über 21.000. Keine bezahlte Werbung, nichts Verrücktes.

Das passiert nie sofort, das muss ich ehrlich sagen. Man wurschtelt sich Stück für Stück durch, baut sauber, bleibt dran, und irgendwann stehen die Zahlen da. SEO ist keine Garantie und passiert nie über Nacht. Aber gute Grundlagen und Geduld schlagen jedes schnelle Versprechen.

So ein Sprung ist übrigens nicht auf München-Praxen beschränkt. Für einen lokalen Betrieb, um den herum kaum jemand sauber arbeitet, ist oft noch mehr drin. Und das Beste: So eine Basis wächst weiter, auch wenn ich gerade nicht dransitze.

Aufsteigende Wachstumskurve als Waldwerk-Datenkarte, Sinnbild für die steigenden Google-Klicks

Was das für deinen Betrieb heißt

Du musst keine Praxis in München sein, damit das für dich zählt. Das Prinzip ist für den Handwerksbetrieb genau dasselbe.

Eine Website, die dir gehört und mit dir mitwächst, gewinnt gegen eine, die beim ersten Sonderwunsch dichtmacht. Am Anfang sieht der Baukasten billiger aus. Später zahlst du drauf, mit jedem Kunden, den du bei Google nicht erreichst, und mit jeder Stunde Gebastel an einem Werkzeug, das nicht für dich gebaut ist.

Das Größte, das ich aus diesem Projekt mitgenommen hab, ist am Ende kein technisches Ding.

Es sind alles nur Menschen. Solange du gute Arbeit machst, kannst du auf jeder Ebene erfolgreich sein.

Egal ob für eine Praxis in München oder für den Betrieb zwei Dörfer weiter. Falls du das Gefühl hast, deine Seite bremst dich mehr, als sie dir bringt: Schreib mir einfach. Kein Verkaufsgespräch. Wir schauen zusammen drauf, wo es hakt und was sich wirklich lohnt. Manchmal ist die ehrliche Antwort auch, dass dein Baukasten reicht. Dann sag ich dir das genauso.

Grüße, Ivo