Mein Website-Briefing: So vermeide ich Missverständnisse

"Mach einfach was Schönes." Den Satz höre ich viel zu oft und jedes Mal denke ich: Okay, jetzt wird's interessant. Denn ein gutes Website-Briefing entscheidet, ob dein Projekt in drei Wochen live geht, oder ob wir uns in einem halben Jahr immer noch über Knöpfchenfarben streiten. Klingt übertrieben? Ist es nicht.
Warum "Mach einfach was Schönes" der teuerste Satz im Webdesign ist
Hand aufs Herz: Wenn du einem Schreiner sagst "Bau mir einfach was Schönes", was passiert? Er fragt dich Löcher in den Bauch. Welches Holz? Welche Maße? Wofür überhaupt? Schrank? Tisch? Hochbett für die Kinder?
Bei Websites ist es genauso. Nur trauen sich Kunden hier viel häufiger, einfach das Wort "schön" in den Raum zu werfen und zu hoffen, dass der Webdesigner schon irgendwie Gedanken liest.
Spoiler: Kann ich nicht. Und jeder andere auch nicht.
"Schön" ist subjektiv. Schön für wen? Für deine 17-jährige Tochter, die TikTok-Ästhetik gewohnt ist? Für deinen 65-jährigen Stammkunden, der eine klare Telefonnummer sehen will? Schön wie Apple, oder schön im Sinne von "verkauft Heizungen im Klettgau"?
Zwei verschiedene Welten. Deshalb ist ein vernünftiges Briefing kein bürokratischer Kram, sondern dein bester Freund. Auch wenn's anfangs nervt.
Was in ein gutes Website-Briefing reingehört
Ein gutes Briefing ist im Grunde ein Bauplan. Ohne den fängt kein vernünftiger Handwerker an zu mauern. Und ich fang ohne sowas auch nicht an zu coden.
Was muss rein? Hier die Dinge, die ich in jedem Projekt klären will:
1. Wer bist du, und was machst du eigentlich? Klingt banal, ist es aber nicht. Ich brauche eine klare Beschreibung deiner Firma, deiner USPs (also was dich von der Konkurrenz unterscheidet) und deiner Hauptleistungen. Priorisiert. Nicht "wir machen alles", sondern "das ist unser Kerngeschäft, das ist Beiwerk".
2. Für wen ist die Website? Deine Zielgruppe muss greifbar sein. Wer kommt da? Was sucht der? Welches Problem hat er? Was erwartet er von dir? Ein Heizungsbauer, der Privatkunden anspricht, braucht ne andere Website als einer, der ausschließlich Architekten beliefert.
3. Was soll die Website erreichen? Anfragen generieren? Termine buchen lassen? Vertrauen aufbauen? Verkaufen? Eine Website ohne Ziel ist Deko. Hübsch vielleicht. Aber nutzlos.
4. Welche Funktionen brauchst du? Kontaktformular ist klar. Aber Terminbuchung? Shop? Blog? Mehrsprachigkeit? Newsletter? Jedes Häkchen mehr kostet Zeit und Geld – also überleg dir, was du wirklich brauchst.
5. Was hast du schon? Logo, Brandfarben, Fotos, Texte, Referenzen. Hand aufs Herz: meistens fehlt was. Das ist okay. Aber wir müssen wissen, wo wir stehen, damit ich nicht halbnackt ins Rennen starte.
6. Technik & Rechtliches Hosting, Domain, Tracking, Impressum, Datenschutz, Cookie-Banner, der ganze Krempel, an den niemand denken will, der aber zwingend dazugehört.
7. Timing & Budget Klare Ansage: bis wann muss das Ding live, und was darf's kosten? Nichts schlimmer als Wunschvorstellungen, die im luftleeren Raum schweben.
Wenn du jetzt denkst "puh, ganz schön viel", ja. Aber dafür gibt's mittlerweile auch tolle Hilfsmittel. Es gibt sogar KI-gestützte Briefing-Tools, die dich durch die wichtigsten Fragen führen. Auch das Webdesign-Journal hat einen guten Leitfaden samt Vorlagen veröffentlicht, den ich Kunden gern als Vorbereitung empfehle.

Die häufigsten Fehler beim Briefing und was sie dich kosten
Ich sag's mal so: Die Fehler wiederholen sich. Egal ob kleiner Betrieb oder größeres Unternehmen.
Fehler 1: Zu vage Anforderungen
"Modern soll's sein. Frisch. Clean. Aber irgendwie auch warm. Und seriös. Aber nicht zu langweilig."
Aha. Alles klar.
Solche Beschreibungen sind wie ein Bestellzettel beim Bäcker: "Irgendwas mit Mehl." Ohne Referenzen (konkrete Beispielseiten, die dir gefallen, und idealerweise auch welche, die dir nicht gefallen) tappen wir beide im Dunkeln.
Fehler 2: Keine klaren Ziele
Wenn niemand weiß, was die Website erreichen soll, wird sie alles und nichts gleichzeitig. Eine Website ohne Ziel ist wie ein Auto ohne Lenkrad. Sieht vielleicht hübsch aus, kommt aber nirgendwo an.
Fehler 3: Unklare Inhalte
Wer liefert die Texte? Bis wann? Wer macht die Fotos? Welche Bilder dürfen wir verwenden? Diese Fragen müssen vor Projektstart geklärt sein. Sonst sitzt du in Woche 6 da und der Designer wartet auf deine Produkttexte, die du seit Wochen vor dir herschiebst.
Übrigens: Genau deshalb biete ich professionelle Fotos vor Ort an. Wenn du im Umkreis von ungefähr einer Stunde Fahrweg sitzt, komm ich vorbei und mach echte Bilder von dir, deinen Mitarbeitern und deiner Arbeit. Stockfotos von lächelnden Models mit Headset? Nee. Lass mal.
Fehler 4: Kein definierter Feedback-Prozess
Klassiker. Du schickst den Entwurf an den Kunden, der schickt ihn an seine Frau, die Frau zeigt's der Schwester, die Schwester hat noch ne Meinung, und plötzlich kommen 15 widersprüchliche Anmerkungen zurück.
Lösung: Vorher festlegen. Wer entscheidet? Wie viele Revisionsrunden gibt's? In welchem Zeitrahmen?
Fehler 5: Scope Creep
Das schöne neudeutsche Wort für: "Können wir nicht auch noch schnell...?" Ja, können wir. Aber jedes "schnell noch" kostet Zeit, verzögert den Launch und bläht das Budget auf. Klar abgrenzen, was im Projekt drin ist und was nicht, hilft enorm. Tools wie ein Web Design Scope of Work Template machen genau das übersichtlich.
Was kosten diese Fehler? Zeit. Geld. Nerven. Auf beiden Seiten. Und im schlimmsten Fall geht ein Projekt schief, das eigentlich gut hätte werden können.
Wie ich schon in meinem Artikel über die 5 Fragen, die jedes Webdesign-Projekt retten geschrieben habe, die meisten Probleme entstehen, bevor überhaupt eine Zeile Code geschrieben wird.
So läuft ein gutes Briefing-Gespräch wirklich ab
Bei mir sieht ein Kickoff so aus: Wir setzen uns hin (bei dir vor Ort, per Videocall oder, wenn's geht, in deinem Betrieb). Letzteres bevorzuge ich, weil ich dann sehe, was du machst. Das ist Gold wert.
Phase 1: Zuhören Ich frag dich erstmal Löcher in den Bauch. Was machst du? Warum machst du das? Was unterscheidet dich von der Konkurrenz? Welche Kunden willst du anziehen, und welche eher nicht? Dabei gilt: Ich rede 20 Prozent. Du redest 80 Prozent.
Phase 2: Beispiele anschauen Wir gucken uns gemeinsam Websites an. Welche gefallen dir? Welche absolut nicht? Und vor allem: Warum? Das "Warum" ist entscheidend. "Find ich schön" hilft niemandem. "Die Schrift ist gut lesbar, die Farben passen zum Handwerk, das Foto wirkt echt", das hilft.
Phase 3: Ziele und Prioritäten Was muss die Website können? Was wäre nice-to-have? Wir trennen Must-have von Nice-to-have. Das spart später Diskussionen.
Phase 4: Dokumentation Nach jedem Gespräch fasse ich zusammen, was wir besprochen haben. Schriftlich. So weiß jeder, was Sache ist. Keine "ach das hab ich aber anders verstanden"-Diskussionen drei Wochen später.
Apropos Vorbereitung: Bevor das eigentliche Design startet, arbeite ich gern mit Wireframes (einfache Skizzen der Struktur, bevor Farben und Bilder ins Spiel kommen). Warum das so viel bringt, hab ich in meinem Beitrag Erst denken, dann designen: Meine Wireframe-Erleuchtung aufgeschrieben.
International gibt's auch sehr gute Vorlagen für diese Phase. Eine brauchbare Website Discovery Phase Checklist oder einen kompletten Website Design Questionnaire kannst du dir mal anschauen, wenn du Lust hast, dich vorzubereiten.
Meine Briefing-Checkliste für dein nächstes Projekt
Damit du nicht ohne Plan ins Gespräch gehst, hier meine persönliche Mini-Checkliste. Nimm dir 30 Minuten und überleg dir Antworten zu:
- Firmenbeschreibung: Wer bist du, was machst du, wie lange schon?
- USPs: Was unterscheidet dich von der Konkurrenz? Mindestens drei Punkte.
- Zielgruppe: Wer soll die Website besuchen? Sei konkret (Alter, Beruf, Problem).
- Ziel der Website: Was soll passieren, wenn jemand drauf landet? Anrufen? Anfragen? Buchen?
- Hauptleistungen: Was sind deine Top 3-5 Angebote?
- Funktionen: Brauchst du Kontaktformular, Terminbuchung, Shop, Blog, Mehrsprachigkeit?
- Assets: Hast du Logo, Fotos, Texte? Was fehlt?
- Referenzseiten: Drei Websites, die dir gefallen + drei, die du grausig findest. Plus Begründung.
- Timeline: Wann muss es live sein? Gibt's einen festen Termin?
- Budget: Realistischer Rahmen, damit wir gemeinsam das passende Paket finden.
- Ansprechpartner: Wer entscheidet? Wer liefert Inhalte? Wer macht Freigaben?
Wenn du diese Punkte einigermaßen klar hast, sparen wir uns beide etliche Stunden. Und das Projekt läuft von Anfang an wesentlich runder.
Was ich übrigens auch beobachte: Immer mehr Anbieter setzen auf KI-Tools, die beim Briefing helfen sollen. Ich bin da gemischter Meinung. Klar, sowas wie ein KI-gestütztes Projektbriefing kann ein guter Startpunkt sein, aber das persönliche Gespräch ersetzt es nicht. Ein Tool fragt dich nach Daten. Ein guter Webdesigner fragt dich, warum du was machst. Das ist ein Unterschied.
Fazit
Ein durchdachtes Website-Briefing ist der Unterschied zwischen einem Projekt, das Spaß macht und in der geplanten Zeit fertig wird, und einem, das sich endlos zieht und am Ende keinen so richtig glücklich macht.
Die wichtigsten Punkte nochmal kurz: Klare Ziele. Definierte Zielgruppe. Saubere Inhalte. Geregelter Feedback-Prozess. Realistisches Budget und Timing. Und vor allem: ehrliche Kommunikation auf beiden Seiten. Kein "Mach einfach was Schönes", sondern echtes Miteinander.
Ich komm aus dem Handwerk. Industriemechaniker gelernt, hier im Klettgau aufgewachsen. Ich weiß, wie ein Betrieb tickt, ich weiß, dass du nicht zehn Stunden am Tag mit Marketing-Floskeln um dich werfen willst. Genau deshalb arbeite ich gern mit Handwerkern, kleinen Betrieben und Einzelunternehmern aus der Region. Direkt. Persönlich. Ohne Callcenter, ohne Projektmanager, der dich an drei Kollegen weiterleitet. Du redest mit mir. Punkt.
Bei BlackForest-WebCraft kümmere ich mich um den kompletten Rundum-Service: Webdesign, Fotos vor Ort, Texte, SEO, Logo, Hosting. Alles aus einer Hand. Damit du dich auf dein Geschäft konzentrieren kannst, während ich dafür sorge, dass dich deine Kunden im Netz auch finden.
Wenn du grad überlegst, ne neue Website zu bauen oder deine alte zu überarbeiten, meld dich. Ein unverbindliches Erstgespräch kostet dich nichts außer ein bisschen Zeit. Schreib mir an ivo@blackforest-webcraft.de oder ruf direkt durch unter +49 175 7440575. WhatsApp geht auch, ich antworte meistens innerhalb von 6 bis 12 Stunden.
Und falls du nur Fragen hast: Auch dafür bin ich da. Kein Verkaufsdruck. Versprochen. ☕




