5 Fragen, die jedes Webdesign-Projekt retten

Eine Person sitzt an einem Schreibtisch mit Notizblock und Laptop, während um sie herum leuchtende Fragezeichen schweben, die sich langsam in klare Glühbirnen verwandeln – symbolisch für den Klärungsprozess im Discovery-Workshop.
houseIvo S.16.02.2026Lesezeit: 10:00

Die meisten Webprojekte scheitern nicht an der Technik. Sie scheitern, weil niemand die richtigen Fragen gestellt hat. Weil Erwartungen unausgesprochen blieben. Weil das "Warum" im Nebel verschwand, während alle schon über Farben diskutierten. Webdesign-Projektplanung beginnt nicht mit Photoshop – sie beginnt mit Zuhören.


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Warum die Discovery-Phase kein "Nice-to-have" ist

Die Discovery-Phase fühlt sich manchmal an wie eine Bremse. Alle wollen endlich "loslegen", endlich etwas Sichtbares sehen. Aber genau hier entscheidet sich, ob ein Projekt später reibungslos läuft oder im Chaos versinkt.

Anforderungsanalyse bedeutet nicht, einen Standard-Fragebogen abzuarbeiten. Es bedeutet, das Problem zu verstehen, das die Website lösen soll. Nicht das Problem, das der Kunde beschreibt – sondern das darunter liegende.

Wenn jemand sagt "Ich brauche eine moderne Website", dann ist das kein Briefing. Das ist ein Symptom. Die eigentliche Anforderung könnte lauten: "Meine Konkurrenz bekommt mehr Anfragen als ich" oder "Ich verliere Kunden, weil meine Website auf dem Handy nicht funktioniert" oder "Ich kann meine Leistungen nicht richtig erklären".

Die Discovery-Phase ist der Moment, in dem du vom Dienstleister zum Partner wirst. Hier klärst du nicht nur, was gebaut werden soll – sondern warum es gebaut werden soll, für wen, und was Erfolg überhaupt bedeutet.

Wie aktuelle Templates für Client Onboarding zeigen, setzen immer mehr Agenturen auf strukturierte Intake-Prozesse. Das ist kein Zufall: Wer hier Zeit investiert, spart sie später zigfach.

Die Perfektionismus-Falle vermeiden

Ein häufiger Fehler (vor allem bei mir 🥲): Die Discovery-Phase wird zur endlosen Analyse-Schleife. Monate vergehen mit Workshops, Personas und Strategiepapieren. Das Gegenteil von "keine Discovery" ist nicht "unendliche Discovery".

Die Kunst liegt darin, die richtigen Fragen zu stellen – und dann Entscheidungen zu treffen. Wie ich bereits in meinem Artikel über Wireframes und strukturiertes Denken erklärt habe, geht es darum, erst zu verstehen, dann zu planen, dann zu gestalten.

Ein guter Kickoff-Workshop dauert zwei bis vier Stunden. Ein gutes Briefing-Dokument umfasst drei bis fünf Seiten. Mehr ist oft Prokrastination in professionellem Gewand.

Der Briefing-Fragenkatalog: Was du wirklich wissen musst

Die richtigen Fragen zu stellen ist eine Kunst. Zu viele Fragen überfordern. Zu wenige lassen Lücken, die später zu Konflikten führen.

Ein strukturierter Fragenkatalog hilft, nichts Wesentliches zu vergessen. Aber Vorsicht: Ein Fragebogen ersetzt kein Gespräch. Er bereitet es vor.

Die Business-Perspektive: Was ist das Kerngeschäft? Wie verdient das Unternehmen Geld? Welche Rolle spielt die Website dabei? Ist sie Verkaufstool, Informationsplattform, Leadgenerator, Portfolio?

Diese Fragen klingen banal, aber die Antworten sind es selten. Oft stellt sich heraus, dass niemand im Unternehmen eine klare Antwort hat. Das allein ist schon eine wertvolle Erkenntnis.

Die Zielgruppen-Perspektive: Wer soll die Website nutzen? Nicht "alle" – sondern konkret: Welche Menschen mit welchen Problemen? Was wissen sie bereits über das Angebot? Wo im Entscheidungsprozess befinden sie sich?

Eine Website für bestehende Kunden funktioniert völlig anders als eine für Erstbesucher. Eine für Endkunden anders als eine für B2B-Entscheider.

Die Wettbewerbs-Perspektive: Was machen andere in der Branche? Was funktioniert dort gut, was schlecht? Wo liegen Differenzierungschancen?

Das ist keine Aufforderung zum Kopieren. Sondern zum Lernen. Wettbewerberanalyse zeigt, welche Erwartungen Nutzer bereits mitbringen – und wo Überraschungspotenzial liegt.

Die Ressourcen-Perspektive: Welche Inhalte existieren bereits? Wer kann Texte schreiben, Fotos liefern, Freigaben erteilen? Wie viel Zeit hat das Team? Wie viel Budget ist realistisch?

Hier trennt sich Wunsch von Wirklichkeit. Ein Projekt mit drei Wochen Timeline und ohne vorhandene Inhalte braucht andere Lösungen als eines mit sechs Monaten und dediziertem Content-Team.

Wie moderne Onboarding-Prozesse zeigen, geht der Trend zu interaktiven Portalen statt statischen PDFs. Das macht Sinn: Ein lebendiges Dokument wächst mit dem Projekt.

Ein Balkendiagramm, das auf einer Seite

Ziele definieren: Business-Ziele vs. Nutzerziele

"Wir wollen mehr Anfragen" ist ein Ziel. Aber es ist nur die halbe Wahrheit.

Die andere Hälfte: Warum sollten Nutzer anfragen? Was ist ihr Grund, ihre Motivation, ihr Problem?

Erfolgreiche Websites balancieren Business-Ziele und Nutzerziele. Sie verkaufen, ohne aufdringlich zu sein. Sie informieren, ohne zu langweilen. Sie führen, ohne zu drängen.

Primary Goals vs. Secondary Goals: Nicht jeder Besucher ist bereit für die Hauptaktion (Anfrage, Kauf, Buchung). Viele brauchen Zwischenschritte: Newsletter-Anmeldung, Download, FAQ-Lektüre.

Diese Micro-Conversions sind keine Ablenkung vom Hauptziel – sie sind der Weg dorthin. Wer nur auf die große Conversion optimiert, verliert 95% der Besucher.

KPIs definieren: Was bedeutet Erfolg messbar? Anzahl Anfragen? Qualität der Anfragen? Zeit bis zur Kontaktaufnahme? Wiederkehrende Besucher?

KPIs müssen zum Geschäftsmodell passen. Für einen Online-Shop sind andere Metriken relevant als für eine Handwerker-Website oder ein Startup.

Die Customer Journey verstehen: Menschen besuchen eine Website nicht zufällig. Sie haben einen Weg hinter sich – und einen vor sich.

Jemand, der "Webdesign Waldshut" googelt, ist an einem anderen Punkt als jemand, der direkt die URL eintippt. Jemand, der von Social Media kommt, hat andere Erwartungen als jemand von Google Ads.

Die Informationsarchitektur muss diese verschiedenen Einstiegspunkte berücksichtigen. Nicht jeder startet auf der Homepage.

Positionierung als Grundlage: Bevor du Struktur und Copy entwickelst, brauchst du Klarheit über die Positionierung. Was macht das Angebot einzigartig? Warum sollten Kunden hier kaufen statt woanders?

Das USP (Unique Selling Proposition) ist keine Marketing-Phrase. Es ist die strategische Basis für alles: Navigation, Headlines, CTAs, Bildsprache.

Bei BlackForest-WebCraft ist es zum Beispiel der regionale Bezug, der Handwerker-Hintergrund, die professionelle Fotografie vor Ort. Das sind keine austauschbaren Features – das ist die Positionierung.

Content-Realität: Die unterschätzte Herausforderung

Design ohne Content ist Dekoration. Aber Content zu bekommen ist oft die größte Hürde im ganzen Projekt.

"Texte liefern wir" klingt einfach. Drei Wochen später kommt eine Word-Datei mit zwei Absätzen und dem Hinweis "Kannst du das nicht schöner formulieren?"

Content Audit: Was existiert bereits? Alte Website, Broschüren, Social-Media-Posts, Produktbeschreibungen? Was davon ist noch aktuell, was brauchbar, was muss neu?

Ein Content Audit zeigt die Lücke zwischen Wunsch und Wirklichkeit. Oft ist sie größer als gedacht.

Content-Verantwortlichkeiten klären: Wer schreibt was, bis wann? Wer macht Fotos? Wer gibt frei? Wer pflegt später ein?

Diese Fragen klingen langweilig, aber sie entscheiden über Projekterfolg. Unklare Verantwortlichkeiten führen zu Verzögerungen, Frust, und am Ende zu halbfertigen Websites.

Die Fotografie-Frage: Stockfotos sind schnell und günstig. Aber sie sind auch austauschbar und unglaubwürdig. Echte Fotos vom echten Team, von echten Projekten – das schafft Vertrauen.

Deshalb biete ich professionelle Fotografie als Teil meiner Webdesign-Services an. Nicht als Extra, sondern als integralen Bestandteil. Weil Content nicht nur Text ist.

Sitemap und Seitenhierarchie: Welche Seiten braucht die Website wirklich? Was ist Hauptnavigation, was Unterseite, was Footer-Link?

Eine gute Sitemap entsteht aus den Inhalten und Zielen. Nicht aus Templates. Nicht aus "so macht man das halt".

Aktuelle Requirement-Gathering-Methoden betonen die Bedeutung von User Workflows und funktionalen Anforderungen. Das gilt auch für Content: Nicht "Was wollen wir sagen?" sondern "Was müssen Nutzer wissen, um zu handeln?"

Scope Creep vermeiden: Grenzen setzen, bevor es zu spät ist

Scope Creep ist der schleichende Tod von Webprojekten. "Könnten wir nicht noch schnell...?" – und plötzlich ist aus der fünfseitigen Website ein Portal mit Shop, Blog und Mitgliederbereich geworden.

Definition of Done: Was ist im Projekt enthalten, was nicht? Was passiert nach dem Launch? Wer macht Wartung, Updates, Content-Pflege?

Diese Grenzen müssen vor Projektstart klar sein. Nicht als Abwehr, sondern als Orientierung für alle Beteiligten.

Änderungswünsche managen: Natürlich ändern sich Anforderungen. Das ist normal. Aber jede Änderung hat Konsequenzen: Zeit, Budget, oder beides.

Ein guter Change-Request-Prozess macht diese Konsequenzen transparent. Nicht um Änderungen zu verhindern, sondern um informierte Entscheidungen zu ermöglichen.

Budget-Realismus: "Können wir das nicht günstiger machen?" – die häufigste Frage nach dem ersten Angebot.

Ja, kann man. Durch weniger Seiten, einfacheres Design, oder Eigenleistung beim Content. Aber nicht durch "effizienter arbeiten". Qualität hat ihren Preis.

Meine Preispakete (Starter ab 699 EUR, Business ab 1.599 EUR, Premium ab 2.299 EUR) sind transparent kalkuliert. Sie spiegeln den tatsächlichen Aufwand – und die Wertschöpfung.

Timeline-Erwartungen: "Wie lange dauert das?" – die zweithäufigste Frage.

Ehrliche Antwort: Länger als du denkst. Nicht wegen ineffizienter Arbeit, sondern wegen Feedbackschleifen, Freigaben, Content-Lieferung.

Ein realistischer Timeline-Plan rechnet mit Verzögerungen. Nicht pessimistisch, sondern realistisch.

Ein Projektplan als illustrierte Roadmap mit verschiedenen Stationen (Discovery, Konzept, Design, Entwicklung, Launch), jede Station als Meilenstein mit kleinen Icons dargestellt, verbunden durch eine geschwungene Linie, die Fortschritt symbolisiert.

Zusammenarbeit strukturieren: Rollen, Prozesse, Entscheidungen

Webprojekte sind Teamsport. Selbst wenn du als Solopreneur arbeitest – auf der anderen Seite sind Menschen mit Meinungen, Erwartungen, Hierarchien.

Stakeholder-Management: Wer entscheidet was? Wer gibt frei? Wer muss informiert werden, wer konsultiert?

Die klassische RACI-Matrix (Responsible, Accountable, Consulted, Informed) klingt nach Corporate-Overhead. Aber sie verhindert, dass in Woche fünf plötzlich der Geschäftsführer alles über den Haufen wirft, weil er "noch gar nicht eingebunden war".

Feedbackprozesse: Wie wird Feedback gegeben? Per E-Mail, in Meetings, über Tools? In welchen Intervallen? Von wem?

Unstrukturiertes Feedback ("Gefällt mir nicht so") ist der Albtraum jedes Designers. Strukturiertes Feedback ("Die Hierarchie der Headlines ist unklar, Nutzer finden die CTA nicht") ist Gold wert.

Projektphasen transparent machen: Discovery → Konzept → Wireframes → Design → Entwicklung → Testing → Launch.

Jede Phase hat ihre Logik, ihre Deliverables, ihre Freigabepunkte. Wer das von Anfang an versteht, hat realistische Erwartungen.

In meinem Artikel über den kompletten Guide für Startup-Webseiten gehe ich detailliert auf diese Phasen ein – mit Checklisten und Praxistipps.

Kommunikationskanäle festlegen: Slack, E-Mail, WhatsApp, Telefon, Meetings? Was für welche Art von Kommunikation?

Ich biete meinen Kunden bewusst direkten Kontakt – per E-Mail (ivo@blackforest-webcraft.de), Telefon (+49 175 7440575) oder WhatsApp. Kein Callcenter, kein Ticketsystem. Persönlicher Kontakt schafft Vertrauen und löst Probleme schneller.

Launch-Checkliste: Der Launch ist nicht das Ende, sondern der Anfang. Was muss vor Go-Live noch passieren? Testing, SEO-Setup, Analytics, Backup, Hosting, SSL?

Eine gute Launch-Checkliste verhindert, dass die Website um Mitternacht online geht – und am nächsten Morgen jemand feststellt, dass das Kontaktformular nicht funktioniert.

Wie praktische Onboarding-Beispiele zeigen, werden diese Prozesse zunehmend digitalisiert und automatisiert. Das ist sinnvoll – solange die persönliche Ebene nicht verloren geht.

Fazit

Webdesign-Projektplanung ist kein bürokratischer Overhead. Sie ist das Fundament, auf dem erfolgreiche Websites entstehen. Kundenbriefing und Anforderungsanalyse trennen professionelle Projekte von chaotischen.

Die wichtigsten Erkenntnisse: Investiere Zeit in die Discovery-Phase. Stelle die richtigen Fragen, bevor du Pixel schiebst. Kläre Ziele, Zielgruppen, Content und Prozesse. Setze klare Grenzen gegen Scope Creep. Strukturiere die Zusammenarbeit transparent.

Projektkommunikation ist nicht das, was zwischen Design-Sprints passiert. Sie ist der rote Faden, der alles zusammenhält. Problemlösungsorientiertes Design beginnt mit Verstehen – nicht mit Photoshop.

Wenn du gerade ein Webprojekt planst – ob für dein eigenes Unternehmen oder als Dienstleister für Kunden – dann nimm dir die Zeit für eine ordentliche Planung. Die Stunden, die du hier investierst, sparst du später zigfach.

Bei BlackForest-WebCraft gehört die strukturierte Projektplanung zum Standard. Vom ersten Gespräch bis zum Launch begleite ich meine Kunden mit klaren Prozessen, transparenter Kommunikation und persönlichem Kontakt. Keine Überraschungen, keine versteckten Kosten, kein Chaos.

Du hast ein Webprojekt im Kopf und willst es von Anfang an richtig angehen? Dann lass uns reden. Ich biete dir ein unverbindliches Erstgespräch, in dem wir gemeinsam klären, was du wirklich brauchst – und wie wir es umsetzen können.

Schreib mir eine E-Mail an ivo@blackforest-webcraft.de, ruf mich an unter +49 175 7440575, oder starte direkt einen WhatsApp-Chat. Ich antworte innerhalb von 6-12 Stunden – versprochen. 🚀